Ludwig Börnes Kampf gegen die Zensur

Porträt Ludwig Börne (1786 bis 1837). Gemälde aus dem Jahr 1827 von Moritz Daniel Oppenheim

Ludwig Börne

Geboren: 6. Mai 1786 in Frankfurt
Gestorben: 12. Februar 1837 in Paris

Ludwig Börne wurde am 6. Mai 1786 als Juda Löb Baruch in Frankfurt geboren. Er studierte Medizin, Jura und Staatswissenschaften in Berlin, Halla (Saale), Heidelberg und Gießen. Schon während der Studienjahre schrieb er Aphorismen für die Zeitschrift »Germanien«.

Dank der den Frankfurter Juden gewährten Gleichstellung konnte Börne nach Abschluß des Studiums und der Promotion die Verwaltungslaufbahn einschlagen. 1811 wurde er Polizeiaktuar; doch die Gleichberechtigung währte nur kurze Zeit. Der Wiener Kongreß machte ein Ende mit dieser Errungenschaft. Börne wurde somit 1815 zwangsweise in Pension geschickt.

Kurz darauf ließ er sich evangelisch taufen und änderte seinen Namen.

In den Folgejahren bis zu seinem Tode arbeitete Börne als Journalist und Publizist. Er stellte sich auf die Seite der Bewegung »Junges Deutschland« und kämpfte leidenschaftlich gegen die Zensur, die Einschränkung und quasi Absetzung der Pressefreiheit. Sein Ziel war es, ein neues bürgerliches Bewußtsein zu schaffen.

Der offene Kampf gegen die Zensur und gegen die Karlsbader Beschlüsse veranlaßten den Staat, Börne vorübergehend in Haft zu nehmen und später ein Publikationsverbot auszusprechen. So wurde es für Börne noch schwieriger, seine Arbeit als freier Publizist u. a. für die Cottaschen Blätter »Morgenblatt für die gebildeten Stände« und »Politische Annalen« fortzusetzen. Ihm half zwar die finanzielle Unabhängigkeit (Erbschaft), dennoch wurde das Leben in Deutschland zu aufreibend. Ab Herbst 1830 lebte er schließlich in Paris.

Doch auch sein Versuch, Frankreich und Deutschland zu versöhnen, scheiterte. Am 12. Februar 1837 starb Börne in Paris.

 

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Heinrich Heine und Ludwig Börne haben sich gekannt und in Paris häufiger getroffen. Die Abneigung Heines wird in dem Essay über Ludwig Börne deutlich, in Börnes Urteil über Heinrich Heine zeigt sich, daß auch Börne trotz mancher Gemeinsamkeiten Heinrich Heine abgelehnt hat. „Was ich von ihm höre, gibt mir von seinem Charakter keine gute Vorstellung. Es ist doch sonderbar, daß ich immer eine Ahndung davon gehabt, und daß ich in seinen Schriften, so sehr sie mir auch gefielen, die unverkennbarsten Zeichen von Charakterschwäche gefunden“ (Paris, Freitag den 30. September 1831).

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